von A bis Z

 

Adipositasprävention
Adipositasprävention bezeichnet Strategien und Maßnahmen zur Vermeidung von Übergewicht, insbesondere bei Kindern. Unter primärer oder universaler Prävention versteht man dabei Maßnahmen, die sich an alle Mitglieder einer Bevölkerung richten. Selektive Strategien zielen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen mit hohem Risiko für die Entstehung von Übergewicht ab (z. B. Kinder von adipösen Eltern). Der PAPI-Leitfaden zur Adipositasprävention gibt Hinweise für Interventionen auf individueller Ebene (Lebensstil der Familie), für Interventionen in Institutionen (Arzt-, Hebammenpraxis, KiTa, Schule, ...) und Kommunalpolitik (Bürgermeister, Landrat, Bezirksregierung).

 

 

Aktiv und gesund durch die Schwangerschaft
Dieser Kurs zur Vermeidung von kindlichem Übergewicht wurde für Schwangere ab der 12. Schwangerschaftswoche entwickelt. Er umfasst ein moderates Bewegungstraining in Kombination mit Ernährungsschulung zum Essen und Trinken in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie für den Säugling und das Kleinkind. Der Kurs ist eine sinnvolle Ergänzung zur Geburtsvorbereitung, angeleitet durch ein interdisziplinäres Team aus Hebamme, Sportfachkraft und Ernährungswissenschaftlerin.
Informationen dazu haben Frauenärztinnen und –ärzte, Hebammen sowie die BARMER Ersatzkasse im Kreis Paderborn. Er ist nach § 20 SGBV anerkannt.

 

 

Allergiegefährdete Säuglinge
Für allergiegefährdete, allergische oder kranke Säuglinge gelten Ernährungsempfehlungen, die von den Empfehlungen zur optimierten Mischkost* abweichen können. Allergiegefährdet sind Kinder, wenn mindestens ein Elternteil oder ein Geschwisterkind unter Allergien leidet (z.B. Heuschnupfen, Tierhaar-, Hausstaub- und Lebensmittelallergien, Neurodermitis oder allergisches Asthma).


http://www.fke-do.de
: Informationen und Broschüren
http://www.aid.de: Medienshop Broschüre „Allergie(-risiko) - Was darf mein Baby essen?“, aid/DGE

 

 

Angebot-Entscheidung
Dieser Begriff umschreibt ein pädagogisch-psychologisches Modell für die bewusste und  verantwortliche Gestaltung des Essens mit Kindern und für Kinder. Sowohl im häuslichen als auch im institutionellen Umfeld eignet es sich als Hilfestellung in der Erziehung, der allgemeinen Gesundheitsförderung und der Ernährungs- und Verbraucherbildung. Im Rahmen der Prävention von Essstörungen wurde das Modell als Teil des Konzeptes Leibeslust – Lebenslust evaluiert. Erwachsene übernehmen die Rolle des umfassenden „Angebotsgestalters des Essens“ (Was? – Wann? – Wie?). Kinder befinden sich in der Rolle der „Entscheider“ (Ob? – Was? – Wie viel?). Wenn jeder in seiner Rolle bleibt und die Rolle des anderen akzeptiert, führt dieses zu einer Entspannung im Umgang miteinander und im Umgang mit dem Essen. Die Förderung der Selbstbestimmung in Zusammenhängen des Essens und Trinkens ist ein zentrales Anliegen im Rahmen der Ernährungsbildung nach REVIS*.


Kast-Zahn, A.; Morgenroth, H: Jedes Kind kann richtig essen, Oberstebrink Verlag, 2005


http://www.jugendhilfeportal.de/
, Leibeslust – Lebenslust,

 

 

Beikost (-mahlzeiten)
Ab dem 7. Lebensmonat reicht Milch als alleinige Nahrung nicht mehr aus, um das Kind ausreichend mit Energie und Nährstoffen zu versorgen. Das Kind benötigt insbesondere für die Deckung seines Bedarfs an Vitamin A, Vitamin C und Eisen andere Nahrungsmittel wie Karotten, Kartoffeln und Fleisch. Die Beikostmahlzeiten ersetzen nach und nach die Milchmahlzeiten. Als erste Beikostmahlzeit wird mittags ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei eingeführt. Man beginnt mit wenigen Löffeln gekochten Gemüses. Wegen ihres süßen Geschmacks, der guten Verfügbarkeit und der leichten Handhabbarkeit bei der Zubereitung haben sich Karotten besonders bewährt. Wenn das Kind sich an den Löffel gewöhnt hat, kann man die Menge von Tag zu Tag steigern. Als weitere Zutat kommen Kartoffeln hinzu. Jede Woche kann eine weitere Zutat folgen, bis das Rezept des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breies* vollständig ist. Wenn das Kind eine Breimenge von mehr als 120 g isst, braucht es direkt anschließend keine Milch mehr. Ab dem 8. Monat kann abends als zweite Beikostmahlzeit ein Milch-Getreide-Brei* eingeführt werden. Etwa 4 Wochen später ersetzt ein milchfreier Getreide-Obst-Brei* eine weitere Milchmahlzeit. Ab dem 10. Monat kann das Kind etwas weiches Brot und leicht stückige Lebensmittel (z.B. gekochte Kartoffeln) essen. Milch bleibt ein- bis zweimal am Tag als Stillmahlzeit, Flaschenmahlzeit oder als Tassengetränk auf dem Speiseplan. Mit diesem Ernährungsplan für das erste Lebensjahr (s.u.) gewöhnt sich das Kind langsam an die Familienkost und wird optimal mit Energie und Nährstoffen versorgt. Beikostmahlzeiten können problemlos selbst hergestellt werden. Halbfertig- und Fertigprodukte*, z.B. in Gläschen, können unerwünschte Zutaten (z.B. Milchprodukte, Nüsse, Schokolade) enthalten. Nicht selten ist auch der Gehalt an Fleisch, wertvollem Pflanzenöl und Vitamin C-haltigen Nahrungsmitteln zu gering. Pflanzenöl und Obstsaft müssen dann nach dem Erhitzen noch zugegeben werden. Als Getränk eignen sich Wasser oder ungesüßter Tee.


http://www.fke-do.de

 

 Der Ernährungsplan für das 1.Lebensjahr

 

 

Beratungsleitfaden I “Unbeschwert aufwachsen in Paderborn“
Dieser wurde im Rahmen des PAPI-Projektes für Beratungssituationen mit Schwangeren entwickelt, eingeführt und evaluiert. Seit September 2007 werden die Rückseiten der Mutterpässe in den gynäkologischen Praxen des Kreises Paderborn mit diesen Aufklebern bestückt. Der Beratungsleitfaden kann von Frauenärztinnen sowie von Hebammen bei der Beratung der Schwangeren als Leitfaden für die Besprechung wichtiger Themen der Adipositasprävention* herangezogen werden.
Ausführliche Beschreibung unter Service, Produkte.

 

Beratungsleitfaden Mutterpass

 

 

Beratungsleitfaden II “Unbeschwert aufwachsen in Paderborn“
Dieser wurde im Rahmen des PAPI-Projektes für Beratungssituationen mit Eltern entwickelt, eingeführt und evaluiert. Seit September 2007 werden die Rückseiten der gelben Kinder- Untersuchungshefte in den Geburtskliniken des Kreises Paderborn mit diesen Aufklebern bestückt. Der Beratungsleitfaden kann von Kinderärzten und Hebammen bei der Beratung der „Neuen Eltern“ als Leitfaden für die Besprechung wichtiger Themen der Adipositasprävention* herangezogen werden. Ausführliche Beschreibung unter Service, Produkte.

 

Beratungsleitfaden Kinderuntersuchungsheft

 

 

Beratungsleitfaden III „Unbeschwert aufwachsen in Paderborn“
Dieser wurde im Rahmen des PAPI-Projektes für Beratungssituationen mit Eltern entwickelt, deren Kinder von der KiTa in die Schule wechseln. Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung durch das Gesundheitsamt des Kreises wurde er in 2008 erstmalig verteilt. Er dient auch zur Information von Eltern in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Ausführliche Beschreibung unter Service, Produkte.

 

Beratungsleitfaden III

 

 

Bewegungszeit
Fernsehen, Playstation, Gameboy, Computer etc. bestimmen vielfach den Alltag von Kindern. Die Zeit, die sie damit verbringen, geht ihnen als Bewegungszeit verloren. Kinder brauchen Bewegung, um sich gesund zu entwickeln: Sie entdecken die Welt in und durch Bewegung. Mit Bewegung lernen Kinder, sich in die Gemeinschaft einzufügen, Teamgeist und ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Bewegung steigert ihre Wahrnehmung, ihre Konzentration und ihr Lernvermögen. Durch Bewegung werden sie leistungsfähig und belastbar. Bewegung hilft ihnen Stress, Ängste und Aggressionen abzubauen. Jedes Kind sollte 2 Stunden am Tag körperlich aktiv sein. Im Bundesdurchschnitt sind es ca. 53 Minuten pro Tag (KiGGS 2006, www.kiggs.de). Das ist zu wenig, darin sind sich Fachleute einig. Doch wie viel und welche Art von Bewegung braucht ein Kind, um sich gesund zu entwickeln?
Um die körperliche Aktivität von Kindern zu erfassen und zu bewerten, kommt es auf drei Größen an: Die Art der Bewegung, die "Bewegungsportionen" und die Intensität. Die Kinder-Bewegungspyramide des aid stellt diese Größen für Eltern, Erzieher, Lehrer und Multiplikatoren aus dem Bereich Gesundheit übersichtlich dar. Das Konzept und die Abbildung sind auch für Kinder verständlich. Die Zielgruppen erhalten viele Ideen und Anregungen, wie sie ihren Alltag aktiver gestalten können. Erwachsene soll die Pyramide anregen, Kindern Raum, Ideen und Bewegungsanreize zu geben. Denn das Gute ist: Aktiv sein macht Kindern Spaß.


Dordel, S.; Graf, C.; Jaeschke, R.; Koch, B.: Die aid-Bewegungspyramide für Kinder, 2009


http://www.aid.de/

 

 

Checkliste zur Erstellung und Beurteilung eines Speiseplanes:
Angegeben sind die Häufigkeiten von Speisen in einem Zeitraum von zwei Wochen (10 Essenstage). Die Zusammenstellung ist als Vorschlag zu verstehen.

 

Täglich: „Sättigendes“

  • 4 x Kartoffeln, 2 x Vollkornreis, 2 x Vollkornnudeln,
  • 1 x Hülsenfrüchte, 1 x freie Wahl
  • Gemüse/Rohkost
  • 4 x Rohkost, 6 x freie Wahl

Zusätzlich:

  • 3-4 mal Fleisch, 2 x separat, 2 x in Sauce
  • 1-2 mal Seefisch, 1 x fettreich
  • 1 x Ei oder
  • 1 x süßes Hauptgericht

Und:

  • 3-5 x vegetarisch
  • „Sättigendes“ und Gemüse

Forschungsinstitut für Kinderernährung (Hrsg.): Empfehlungen für das Mittagessen in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen, Lüdinghausen 2006 aid und DGE (Hrsg.) Essen und Trinken in Tageseinrichtungen für Kinder, 2. Auflage, Bonn 2006


http://www.schuleplusessen.de
,Checkliste zur Speisenplanung

 

 

DGE
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) informiert u. a. auf ihrer Internetseite wissenschaftlich fundiert und aktuell. Ziele der Arbeit der DGE sind u. a. Ernährungsaufklärung, Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und -erziehung, die Förderung einer vollwertigen Ernährung
und der Gesundheit der Bevölkerung.


http://www.dge.de

 

 

DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung
Im Rahmen der Kampagne „Besser Essen. Mehr Bewegen. KINDERLEICHT“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wurde die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE*) beauftragt, Schulen bei der Ausgestaltung der Schulverpflegung zu unterstützen. Das Hauptziel dabei war und ist es, die Qualität der Schulverpflegung zu sichern. Vor diesem Hintergrund erarbeitete das Projekt „Schule + Essen = Note 1“ unter Mitwirkung des DGE-Arbeitskreises Schule - Ernährung – Bildung in Abstimmung mit den Referentinnen und Referenten der zuständigen Länderministerien die bundesweiten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung.


http://www.schuleplusessen.de/

 

 

DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder
Das Projekt "FIT KID -Die Gesund-Essen-Aktion für KiTas" erarbeitete im Rahmen des nationalen Aktionsplans IN FORM in Zusammenarbeit mit der DGE* diese Qualitätsstandards. Zahlreiche Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis, Referentinnen und Referenten der zuständigen Länderministerien sowie des Bundesministeriums waren am Abstimmungsprozess beteiligt. Die Qualitätsstandards wurden im April 2009 veröffentlicht. Ausführliche Informationen und Tipps zum Thema Verpflegung sowie Essen und Trinken in KiTas bieten die Internetseiten der „FitKid-Aktion“ sowie der Ringordner „Essen und Trinken in Tageseinrichtungen für Kinder“

aid infodienst (Hrsg.): Essen und Trinken in Tageseinrichtungen für Kinder,


http://www.aid.de

http://www.fitkid-aktion.de

 

 

Energiebilanz
Der menschliche Körper nimmt Energie in Form von Nahrung auf. Er wandelt sie in Wärme- und Bewegungsenergie um. In den Wachstumsphasen des Kindes- und Jugendalters dient ein Teil der Energie dem Aufbau von Körpermasse. Wird mehr Energie zugeführt als umgewandelt bzw. als für das Wachstum benötigt, speichert der Körper diese in Form von Körperfett. Man spricht von einer „positiven Energiebilanz“. Liegt die Energiezufuhr dauerhaft höher als der Bedarf, entsteht Übergewicht bzw. schweres Übergewicht. Eine negative Energiebilanz führt dazu, dass körpereigene Energiereserven (Fettdepots) abgebaut werden. Ziel der Adipositasprävention* ist eine ausgeglichene Energiebilanz in allen Lebensphasen. Energie- und Nährstoffspeicher Kinder haben bezogen auf das Körpergewicht einen hohen Energie- und Nährstoffbedarf. Die Speicherkapazitäten des Körpers sind im Vergleich zum Erwachsenen geringer, so dass Kinder in besonderem Maße auf eine regelmäßige Nahrungszufuhr angewiesen sind. Fünf Mahlzeiten am Tag werden deshalb für Kinder empfohlen. Die schnell verfügbare Energie wird in Form des Kohlenhydrats Glycogen in Muskeln und in der Leber zwischengespeichert. Je nach Aktivität des Kindes können diese Speicher bereits nach 1-2 Stunden körperlicher Aktivität entleert sein. Auch über Nacht entleeren sich die Speicher, so dass das erste und zweite Frühstück unverzichtbare Bestandteile des kindlichen Speiseplans sind.

 

 

entspannte Atmosphäre
Wenn sich Erwachsene und Kinder „am Esstisch“ begegnen und gemeinsame Mahlzeiten einnehmen, ist die Situation häufig gekennzeichnet durch Anspannung, Konflikte, Stress auf beiden Seiten („Esstisch als Stresstisch“). Allein der Verzicht auf Konflikte während der Mahlzeiten ist zwar ein erster Schritt, reicht aber nicht aus, um die Potenziale des Essens für die physische, psychische und soziale Gesundheit und die Bildung zu nutzen. Bewusstes Essen und Trinken, Wohlbefinden und Genuss sind wesentliche Voraussetzungen, damit Kinder eine positive Grundeinstellung zu ihrem Körper, zum Essen und Trinken und weiteren Handlungsfeldern entwickeln können. Im Rahmen der Ernährungsbildung nach REVIS* gehört diese positive Grundeinstellung zu einer der Grundlagen der frühen Ernährungsbildung. Mit dem pädagogischen Modell Angebot–Entscheidung* wird sie dadurch erreicht, dass Erwachsene in ihrem Umgang mit Kindern in Ess- und Trinksituationen mehr Sicherheit erhalten. Durch klare Rollen und Regeln in den Zuständigkeiten und in der Verantwortung entspannt sich das Miteinander am Tisch.

 

 

Ernährungsbildung
Ernährungsbildung ist ein lebensbegleitender individueller Prozess. Bildungsinstitutionen (KiTa und Schule) tragen Verantwortung auch für diesen Teil der Allgemeinbildung. Der Auftrag von KiTas für die frühkindliche Bildung geht über die Aspekte der bisherigen Ernährungserziehung* hinaus. Dieses erfordert Kenntnisse und Kompetenzen in Hinblick auf die natur- und kulturwissenschaftlichen Anteile der Ernährungs- und Verbraucherbildung und elementardidaktische Grundlagen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung des pädagogischen Personals. Der Orientierungsrahmen nach REVIS* für die schulische Ernährungs- und Verbraucherbildung bietet derzeit in der BRD die einzige Grundlage für die Ausrichtung der frühkindlichen Ernährungsbildung.


http://www.evb-online.de

 

 

Ernährungsbildung nach REVIS
Die Ernährungsbildung nach REVIS (Orientierungsrahmen nach REVIS*) ist zusammen mit der Verbraucherbildung sowohl inhaltlich (Curriculum) als auch didaktisch (Didaktischer Würfel) definiert. Im Fokus der Bildung steht der Mensch in seinen Alltags- und Handlungsbezügen. Das Lernen orientiert sich am essenden und handelnden Menschen. Lehr-Lernsituationen sind kompetenzorientiert gestaltet und zielen ab auf „Fähigkeit, Wissen, Verstehen, Können, Handeln, Erfahrung, Motivation“ (Kompetenzbegriff nach Weinert). Damit reformiert REVIS die herkömmliche schulische Ernährungsbildung, die Wissensaspekte in den Vordergrund rückt.

http://www.evb-online.de

 

 

Ernährungsempfehlungen
Seit 2000 gelten für Deutschland, Österreich und die Schweiz gemeinsame Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Nach den Länderkennzeichen werden sie kurz D-A-CH Referenzwerte genannt. Auf Basis dieser Referenzwerte werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE*) Ernährungsempfehlungen herausgegeben. Speziell für Kinder und Jugendliche entwickelte das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund das Konzept der optimierten Mischkost*.

http://www.dge.de
http://www.fke-do.de

 

 

Ernährungserziehung
Ernährungserziehung beginnt mit dem Hineinwachsen in die familiale Esskultur. Die primäre Ernährungserziehung findet in der Familie statt. Die sekundäre Ernährungserziehung in den Institutionen KiTa und Schule nimmt einen immer bedeutenderen Anteil ein. Ernährungserziehung im schulischen Kontext erfordert Offenlegung, klare Definition und Begründung der zugrunde liegenden Normen und einen kritisch reflexiven Umgang mit Funktion von Erziehung. Ernährungserziehung ist zu unterscheiden von der Ernährungsbildung*. In jedem Fall sollte die Erziehung den Kindern einen positiven Zugang zur Welt des Essens und Trinkens und des eigenen Körpers ermöglichen.

http://www.evb-online.de

 

 

Essentscheidungen
Essentscheidungen sind häufig unbewusste Entscheidungen. Sie sind lebenslang Bestandteil von Essverhalten und Essgewohnheiten. Die Selbstbestimmung in Zusammenhängen des Essens und Trinkens ist ein zentrales Anliegen der Ernährungsbildung nach REVIS*. In dem pädagogisch-psychologischen Modell Angebot–Entscheidung* werden Kinder in ihrer Rolle als Konsumenten ernst genommen. Sie lernen von Anfang an, im Rahmen eines von Erwachsenen gestalteten Angebotes eigenständig zu entscheiden: „ob“ sie am Essen teilnehmen, „was“ sie von dem Angebot nehmen und „wie viel“ sie verzehren. Damit werden sie in ihrer Autonomie gestärkt und lernen so, Verantwortung für ihre eigenen Essentscheidungen zu übernehmen.

 

 

Ess-, Tisch- und Mahlzeitenkultur
Kultur ist das, womit Menschen aufwachsen, was sie umgibt, was ihr Alltagsleben bestimmt und damit selbstverständlich ist. Alltags- und insbesondere Esskultur wird im Prozess des Aufwachsens ein Teil der Identität. Somit umfasst Esskultur alle Aspekte von ‚Mensch’ und ‚Welt’. Tisch- und Mahlzeitenkultur sind Teile davon. Die Auseinandersetzung mir der eigenen Esskultur ist Bestandteil der Ernährungsbildung nach REVIS*. Das Aufwachsen in einer gesundheitsförderlichen Alltags- und Esskultur ist für die Adipositasprävention* ein unverzichtbarer Bestandteil.

http://www.Familienhandbuch.de/

 

 

Ess- und Trinkgewohnheiten
Ess- und Trinkgewohnheiten sind automatisierte Verhaltensweisen und Handlungen im Umgang mit Essen und Trinken. Kinder entwickeln diese überwiegend durch Modell-Lernen und Wiederholung. In der Kindheit erworbene Gewohnheiten prägen das Essverhalten oft ein Leben lang. Je gesundheitsförderlicher die Rahmenbedingungen gestaltet sind und die Vorbilder handeln, desto selbstverständlicher entwickeln Kinder „gute“ Ess- und Trinkgewohnheiten. Siehe auch Ernährungserziehung*, Ernährungsbildung*.

 

 

Fertig- und Halbfertigprodukte
Fertig- und Halbfertigprodukte gehören zu den vorgefertigten Lebensmitteln (Convenience Lebensmittel). Es sind industriell be- oder verarbeitete Lebensmittel, bei denen bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen vom Herstellerbetrieb übernommen werden und nicht mehr im Haushalt anfallen.
Das Ziel, den Geschmack einer möglichst großen Käufergruppe zu treffen, führt zu standardisierten Rezepturen, die „allgemein“ schmackhaft sind, aber nicht die Geschmacksvielfalt fördern. Ein Teil dieser Fertig- und Halbfertigprodukte weist hohe Gehalte an Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern, versteckten Fetten und Zucker auf. Dieses sind Gründe dafür, dass sie in der Ernährung von Kindern und Jugendlichen keinen hohen Stellenwert einnehmen sollten.

 

 

Gehfrei
Unter den Namen „Gehfrei“, „Babywalker“, „Lauflernschule“ oder „Lauflernhilfe“ sind im Handel Geräte erhältlich, die vorgeben, den Kindern das Laufen Lernen zu erleichtern. Tatsächlich aber gefährden Lauflernhilfen Kleinkinder mehr, als dass sie ihnen nützen. Sie können Unfälle verursachen, bei denen Kinder zum Teil schwere Kopfverletzungen erleiden.

http://www.kindersicherheit.de

 

 

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (Beikost ab 7. Monat)

  • 90-100 g Gemüse (Karotten, Zucchini, Kohlrabi, Blumenkohl, Broccoli, Pastinaken, feine Erbsen)
  • 40-60 g Kartoffeln
  • 20-30 g mageres Fleisch (z. B. Kalbfleisch oder Rinderhack)
  • 30-45 g Obstsaft
  • 8-10 g Pflanzenöl (z.B. Rapsöl)

Fleisch klein schneiden und in wenig Wasser weich kochen, klein geschnittene Kartoffeln und Gemüse zugeben. Alles zusammen garen. Etwas abkühlen lassen. Obstsaft zugeben und mitsamt Kochwasser pürieren. Zum Schluss das Öl unterrühren.

 

 

geschütztes Angebot
Dieser Begriff erweitert den Angebotsbegriff (Was? – Wann? – Wie?) des pädagogisch- psychologischen Modells Angebot-Entscheidung* in Hinblick auf die Notwendigkeit, dass Kinder einen besonderen Schutz im Verlauf ihrer Entwicklung bedürfen. Mit dem gesellschaftlichen Nahrungsangebot und einem unreflektierten Umgang damit setzen wir unsere Kinder einem Gesundheitsrisiko aus. Der Schutz muss von den Erwachsenen und der Gesellschaft gewährleistet werden. Er umfasst Vorgaben und verbindliche Absprachen zur Auswahl der Nahrungsmittel, die Kindern zur Verfügung gestellt werden (was?), zur zeitlichen Gestaltung (wie oft? - wann?), zur Gestaltung des Essens, der Mahlzeiten und Tisch- und Umgangsregeln (wie?). Besonders in der Gestaltung des Essens in Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen ist die Verantwortung häufig geteilt und/ oder nicht geklärt. Hier gehört es zum Auftrag aller Verantwortlichen im Rahmen der Betreuung, Erziehung, Bildung und Gesundheitsförderung, das „geschützte Angebot“ zu definieren.

 

 

gesellschaftliches Nahrungsangebot
siehe „geschütztes Angebot*

 

 

Gewichtszunahme
Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft sollte vom Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft abhängig gemacht werden. Eine normalgewichtige Frau kann zwischen 11,5 und 16 kg zunehmen. Ist eine Frau bereits vor der Schwangerschaft übergewichtig, so sollte sie nur 7 bis 11,5 kg zunehmen. Adipöse, d. h. schwer übergewichtige Frauen sollten mindestens 6 kg, aber auch nicht mehr als 10 kg zunehmen. Untergewichtige Frauen dürfen 12,5 bis 18 kg zunehmen. Eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft kann u. a. dazu beitragen, dass sowohl das Kind als auch die Mutter später übergewichtig werden und es ein Leben lang bleiben.

 

 

Grundnahrungsmittel
Der Begriff bezeichnet die Nahrungsmittel, die entsprechend der Ernährungsgewohnheiten einer Gesellschaft vorwiegend und regelmäßig verzehrt werden. Sie stellen die Grundversorgung mit Nährstoffen* sicher. Zu den bedeutendsten Grundnahrungsmitteln in Deutschland gehören Brot und Kartoffeln.
Ernährungsempfehlungen* und die optimierte Mischkost* basieren auf der Verwendung der Grundnahrungsmittel: Wasser, Getreide und Getreideprodukte wie Brot, Nudeln, Müsli, Reis, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark etc., Fleisch und Fleischwaren, Wurst, Fisch, Eier, Fette und Öle.

 

 

Häusliche Bewegungsräume
Kinder brauchen täglich ausreichend Gelegenheit, ihre motorischen Fähigkeiten selbsttätig zu erproben und zu vertiefen. Eltern können im häuslichen Umfeld viele Situationen nutzen, aus denen sich spontan und gezielt Bewegungsmöglichkeiten ergeben. Kissen, Stühle, Bücher, Bälle usw. bieten Möglichkeiten zu bewegungsintensiven Spielen. Mit den Karteikartensystemen I und II (siehe Seite 51 und Seite 55) sollen Erwachsene angeleitet werden, die motorische Entwicklung* ihrer Kinder im häuslichen Umfeld zu fördern und zu unterstützen.

 

 

Integriertes Konzept zur Ernährungsbildung
Ernährungsbildung* ist ein Prozess, der in der Bildungsinstitution Schule auf unterrichtliche Interventionen beschränkt ist. Dieses wird den Potenzialen der Ernährungsbildung und dem Bildungsanspruch junger Menschen nicht gerecht. Die Integration der Ernährungsbildung in den Schulalltag sieht vor, dass relevante Bereiche der schulischen Qualitätsentwicklung am Orientierungsrahmen nach REVIS* ausgerichtet sind.
Die Integration der Schulverpflegung in die Qualitätsentwicklung einer Schule wird im Schaubild am Beispiel des Mittagessens dargestellt. Mit der Betrachtung des Mittagessens als schulische Lerngelegenheit rücken zahlreiche Aspekte der Verbraucherbildung in das Blickfeld.

 

Mittagessen in der Schule als Teil des integrierten Konzeptes zur Ernährungsbildung

 

 

Kibiz
Seit dem 1. August 2008 gilt in Nordrhein-Westfalen das Gesetz zur frühen Förderung und Bildung  von Kindern (Kinderbildungsgesetz). Es regelt die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. In § 10 sind die Pflicht zur Gesundheitsvorsorge und die Förderung der gesundheitlichen Entwicklung der Kinder verankert.

http://www.landtag.nrw.de/

 

 

Kinderlebensmittel
Kinderlebensmittel sind Lebensmittel, die als „für Kinder besonders geeignet“ gekennzeichnet und beworben werden. Sie geben vor, besonders reich an lebenswichtigen Nähr- und Aufbaustoffen zu sein. Häufig werden bunte, phantasievolle, kleine und angeblich „kindgerechte“ Packungsgrößen angeboten. Darüber hinaus werden nicht selten kleine Geschenke Sammelobjekte oder Spielmöglichkeiten in der Verpackung mitgeliefert. Diese Lebensmittel enthalten häufig viel Zucker, Fett, kaum Obst, Gemüse oder Ballaststoffe. Diese Lebensmittel sind nach den Geschmacksvorlieben, nicht aber nach den tatsächlichen Bedürfnissen von Kindern hergestellt. Richtig ist, dass sie einen hohen Gehalt an Vitaminen oder Mineralstoffen aufweisen. Diese sind überwiegend künstlich zugesetzt. In Grundnahrungsmitteln sind diese ebenso und dann natürlicherweise enthalten. Kinderlebensmittel sind für eine ausgewogene kindliche Ernährung nicht notwendig und nicht zu empfehlen.

 

 

Komplikationslose Schwangerschaft
Fühlt die Schwangere sich wohl und treten während der Schwangerschaft keinerlei Probleme auf spricht man von einer komplikationslosen Schwangerschaft. Kontakt-, Ball- und Kampfsportarten in der Schwangerschaft Kontakt- und Kampfsportarten wie Judo, Karate, Boxen, Ringen usw. und Ballsportarten wie Fußball, Basketball, Handball, Baseball, Hockey, Volleyball usw. sollten in der Schwangerschaft vermieden werden. Weitere Sportarten, die mit ruckartigen Bewegungen, Sprüngen oder möglichen Stürzen verbunden sind, sollten ebenso nicht betrieben werden. Auf eine Kräftigung der Bauchmuskulatur in der Schwangerschaft sollte verzichtet werden.

 

 

Kontakt-, Ball- und Kampfsportarten in der Schwangerschaft
Kontakt- und Kampfsportarten wie Judo, Karate, Boxen, Ringen usw. und Ballsportarten wie Fußball, Basketball, Handball, Baseball, Hockey, Volleyball usw. sollten in der Schwangerschaft vermieden werden. Weitere Sportarten, die mit ruckartigen Bewegungen, Sprüngen oder möglichen Stürzen verbunden sind, sollten ebenso nicht betrieben werden. Auf eine Kräftigung der Bauchmuskulatur in der Schwangerschaft sollte verzichtet werden.

 

 

Kontraindikationen für Sport in der Schwangerschaft/ Warnhinweise
Während einer normal verlaufenden Schwangerschaft, in der sich die Frau wohl fühlt, kann sie bedenkenlos Sport treiben. Kontakt-, Kampf- und Ballsportarten* sollten in der Schwangerschaft vermieden werden. Treten Unsicherheit, Probleme oder Warnhinweise des Körpers wie Unwohlsein, Blutungen, Schmerzen oder Übelkeit während oder nach dem Sport auf, ist der Gynäkologe oder die Hebamme zu Rate zu ziehen. Unter den unten genannten Umständen (sog. relative Kontraindikationen) kann die Schwangere nach Rücksprache mit dem Gynäkologen eingeschränkt Sport treiben. Bei absoluten Kontraindikationen ist die Teilnahme an jeglichem Sportangebot ausgeschlossen.

Relative Kontraindikationen:

  • schwere Anämie
  • ungeklärte maternale Herzrhythmusstörungen
  • chronische Bronchitis/ Nikotinabusus
  • schlecht eingestellter Typ- 1- Diabetes
  • extremes Über- und Untergewicht
  • intrauterine Wachstumsretardierung
  • schlecht eingestellte Hypertonie
  • orthopädische Limitationen
  • schlecht eingestelltes Anfallsleiden

Absolute Kontraindikationen:

  • hämodynamisch wirksame Herzerkrankungen
  • Lungengenerkrankungen
  • Schwäche des Muttermundes
  • mehrer Schwangerschaften unter dem Risiko vorzeitiger Wehen
  • anhaltende Blutungen im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel
  • vorzeitige Wehen während der laufenden Schwangerschaft
  • rupturierte Membranen
  • Schwangerschaftsbluthochdruck

http://www.sportundschwangerschaft.de

 

 

Mahlzeitenrhythmus
Mahlzeiten sind im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, wo, wann, was und mit wem gegessen wird. Ihre Verteilung gibt dem Tagesablauf Struktur und Rhythmus. Mahlzeiten stellen immer auch soziale Ereignisse dar und werden als Kommunikations-, Interaktions- und Sozialisationssystem angesehen. Das regelmäßige Essen in sozialer Gemeinschaft (z. B. Familie) ist für Kinder damit ebenso wichtig wie eine zuverlässige und regelmäßige Verteilung über den Tag. Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr werden drei größere Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) und zwei kleinere Zwischenmahlzeiten (zweites Frühstück, Nachmittagsimbiss) empfohlen. Mindestens eine tägliche Mahlzeit sollte eine Familienmahlzeit sein.

 

 

Milchfreier Getreide-Obst-Brei (Beikost ab 9. Monat)

  • 20 g Vollkorngetreideflocken oder Instantflocken
  • 90 ml Wasser
  • 100 g Obstpüree
  • 5 g Pflanzenöl oder Butter

Getreideflocken mit Wasser aufkochen, Instantflocken müssen nur in heißem Wasser aufgelöst werden. Anschließend Obstpüree und Öl unterrühren.

 

 

Milch-Getreide-Brei (Beikost ab 8. Monat)

  • 200 ml Vollmilch (3,5% Fett)
  • 20 g Vollkorngetreideflocken oder Instantflocken (z.B. Reis oder Hirse)
  • 20 g Obstpüree oder Obstsaft (z.B. Äpfel, Birnen, Bananen, Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen)

Getreideflocken mit Milch aufkochen, Instantflocken müssen nur in heißer Milch aufgelöst werden. Anschließend Saft oder Obstpüree unterrühren.

 

 

Motorische Entwicklung
Die motorische Entwicklung beschreibt lebensalterbezogene Veränderungen der Steuerungs- und Funktionsprozesse, die dem Menschen für die Koordination seiner Körperhaltung und Bewegungen zur Verfügung stehen. Das koordinative System hat die Aufgabe, das Zusammenspiel einer angemessenen Haltung und der darauf aufbauenden Bewegung des Körpers zu kontrollieren. Wenn der Mensch geht, hüpft, sitzt oder auch nach etwas greift, laufen Steuer- und Regelungsvorgänge im Körper ab. Maßgeblich an dieser Regulation beteiligt ist das zentrale Nervensystem, welches die motorischen Prozesse und Reaktionen organisiert.

http://www.kindergesundheit-info.de
http://www.kinderaerzte-im-netz.de

 

 

Nährstoffe
Nährstoffe sind Nahrungsbestandteile, die zur Energielieferung, zum Aufbau und zur Erhaltung der Körpersubstanz und zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Eine Einteilung der Nährstoffe nach Funktion gliedert sie in Hauptnährstoffe (Eiweiss, Kohlenhydrate und Fett), Energie liefernde Brennstoffe (Fette, Kohlenhydrate), Baustoffe (Proteine/Aminosäuren, Mineralstoffe, Wasser) und Wirkstoffe (einige Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine). Je nachdem ob der Körper in der Lage ist, die Stoffe selber zu bilden oder nicht, wird auch nach essenziellen (lebenswichtigen) und nicht essenziellen Nährstoffen unterschieden. Auf käuflichen Lebensmitteln findet sich häufig eine Kennzeichnung der Nährstoffe in Form einer Nährwerttabelle. Die Anwendung der Ernährungsempfehlungen in der Ernährungsberatung orientiert sich in der Praxis an der Auswahl der Nahrungsmittel, die qualitativ und quantitativ aus den verschiedenen Lebensmittelgruppen gewählt werden sollen. Mit abwechselungsreicher und ausgewogener Nahrungsmittelauswahl bekommt der Körper alle Stoffe, die er braucht. Siehe auch Ernährungsempfehlungen* und optimierte Mischkost*.

 

 

Optimierte Mischkost
Die Optimierte Mischkost (optimiX®)‚ ist ein Konzept für die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen. Es wurde vom Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) Anfang der 1990er Jahre entwickelt und seitdem immer wieder an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Kinderernährung angepasst. Die Optimierte Mischkost ist kein Diätplan, sondern bietet einen Rahmen, innerhalb dessen Familien eine gesunde Ernährung in ihrem Alltag umsetzen können. Die Freude am Essen sollte dabei immer im Vordergrund stehen. Es werden altersgemäße Verzehrmengen für Lebensmittelgruppen empfohlen, die unter Berücksichtigung einiger Hinweise zur Auswahl von Lebensmitteln eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr gewährleisten.

 

Reichlich:

  • Getränke (kalorienfrei oder -arm) und pflanzliche
  • Lebensmittel (Gemüse, Obst, Getreideerzeugnisse, Kartoffeln)

Mäßig:

  • Tierische Lebensmittel (Milch, Milchprodukte; Fleisch,
    Wurst, Eier, Fisch)

Sparsam:

  • Fett- und zuckerreiche Lebensmittel (Speisefette,
    Süßwaren, Knabberartikel)

Die Ernährung gesunder Kinder und Jugendlicher nach dem Konzept der Optimierten Mischkost, Alexy, U.; Clausen, K.; Kersting, M.: Ernährungs Umschau 2008; 55(3): 168-177.

http://www.fke-do.de

 

 

Orientierungsrahmen nach REVIS
Die Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung (REVIS) von 2005-2007 erzielte auf Bundesebene einen fachlichen Konsens, der Schulen und Schulministerien länderübergreifend eine Neuorientierung für die ernährungs- und haushaltsbezogene Bildung liefert. Der Orientierungsrahmen besteht aus einem Curriculum mit neun Bildungszielen, Kompetenzen, Inhalten und Themen sowie einer didaktischen Ausrichtung der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen. Mit Schlüsselfragen zu den Bildungszielen im sog. Bildungszielehaus können Aspekte der Schulentwicklung (z. B. Schulverpflegung) vor dem Hintergrund der Ernährungs- und Verbraucherbildung betrachtet, diskutiert und entwickelt werden. Der Orientierungsrahmen kann im fachbezogenen und fächerübergreifenden Unterricht umgesetzt werden.

http://www.evb-online.de

 

 

PAPI-Qualitätsleitbild für die Adipositasprävention in der Grundschule
Dieses Leitbild wurde im Rahmen des Projektes PAPI (Paderborner Adipositas Prävention und Intervention) erstellt und bietet Grundschulen Hilfestellung für eine Schulentwicklung mit dem Schwerpunkt der Gesundheitsförderung und Adipositasprävention* bei Kindern. Es definiert konkrete Qualitätsmerkmale, um die Dynamik der Schulentwicklung kontinuierlich und zielorientiert zur Veränderung von Verhalten und Verhältnissen zu nutzen. Siehe auch à Service, Produkte.

 

 

Pre-Nahrung
Unter dem Begriff „Pre”-Nahrung werden in Deutschland Säuglingsanfangsnahrungen angeboten, die als Kohlenhydrat ausschließlich Milchzucker enthalten. Sie sind der Muttermilch am ähnlichsten. Ebenso wie Muttermilch ist Pre-Nahrung daher als Milchnahrung für das gesamt erste Lebensjahr und darüber hinaus geeignet. Milch mit der Ziffer „1“ enthält zusätzlich Stärke, die die Milch sämiger und damit sättigender macht. Zusätzlich sind Folgemilchen mit den Ziffern „2” oder „3” auf dem Markt, die für Säuglinge ab dem 5. Lebensmonat angeboten werden. Ein Wechsel von einer Säuglingsanfangsnahrung auf eine Folgenahrung ist aber nicht notwendig, da diese Nahrungen nicht unbedingt mehr Energie liefern, aber andere, z. T. unerwünschte Stoffe wie z. B. Zucker enthalten können. Allergiegefährdete Säuglinge* sollten möglichst lange gestillt werden. Wenn nicht gestillt wird, sollten für diese Kinder Nahrungen mit dem Kürzel „Pre HA“ oder „HA Pre“ verwendet werden.

 

 

Rohe Lebensmittel
Rohmilch, Rohmilchkäse (z.B. Roquefort, Emmentaler, Gruyere, Ziegenkäse, Morbier, Romadur, Harzer, etc.) müssen gekennzeichnet sein, wenn sie aus Rohmilch hergestellt worden sind. Sie können auch aus pasteurisierter, also erhitzter Milch hergestellt sein, dann sind sie unbedenklich. Rohe Eier (z. B. weiches Frühstücksei oder in Mayonnaise), Rohwurst (z. B. Mett-, Tee-, Schmier- oder Zwiebelmettwurst), roher Schinken, rohes Fleisch (z. B. Mett, Tartar) und roher Fisch (z. B. Sushi) gehören zu den rohen Lebensmitteln, auf die in der Schwangerschaft verzichtet werden sollte. Pflanzliche rohe Lebensmittel wie Obst oder ungekochtes Gemüse können nach gründlichem Waschen bzw. Schälen weitgehend unbedenklich verzehrt werden.

http://mutterundkind.aid.de/
http://www.schulministerium.nrw.de/

 

 

Sensomotorische Entwicklung
Als Sensomotorik (auch Sensumotorik) bezeichnet man das Zusammenspiel von sensorischen und motorischen Leistungen. Damit ist die unmittelbare Steuerung und Kontrolle der Bewegungen von Lebewesen aufgrund von Sinnesrückmeldungen gemeint. Wahrnehmung des Reizes durch ein Sinnesorgan und motorisches Verhalten stehen in direktem Zusammenhang. Diese Prozesse verlaufen parallel, wie z. B. zwischen Auge, Ohr und der gezielten Steuerung von Arm-, Fußbewegungen beim Fahrradfahren.

 

 

Snoezelenraum
Snoezelen (sprich „snuzelen“) ist eine Wortschöpfung aus „snuffelen“ (schnüffeln, schnuppern) und „doezelen“ (dösen, schlummern). Der Begriff bezeichnet ein multifunktionales Konzept: in einem besonders ansprechend gestalteten Raum werden über Licht-, Klang- und Tonelemente, Aromen und Musik Sinnesempfindungen ausgelöst. Diese wirken auf die verschiedensten Wahrnehmungsbereiche entspannend, aber auch aktivierend. Das gezielt ausgesuchte Angebot steuert und ordnet die Wahrnehmungs- und Sinnesreize*, es weckt Interesse, es ruft Erinnerungen hervor und lenkt Beziehungen.
Snoezelen erzeugt Wohlbefinden, in der ruhigen Atmosphäre werden den Menschen Ängste genommen, sie fühlen sich geborgen. Snoezelen ist Therapie und Förderung zugleich und wird in allen Entwicklungsstufen (Kleinkind bis betagte Menschen) eingesetzt. Entwickelt wurde das Konzept in den 70er Jahren in den Niederlanden in Einrichtungen für schwerstbehinderte Menschen.

 

 

Supplemente
Bestimmte Nährstoffe wie z.B. Folsäure, Jod und Eisen werden in der Schwangerschaft in größeren Mengen vom Körper benötigt. Normalerweise kann mit einer vollwertigen, ausgewogenen Ernährung dieser Bedarf gedeckt werden. Gute Folsäurequellen sind grünes Blattgemüse, Vollkornprodukte, Tomaten oder Sojabohnen. Folsäure wird besonders in der ganz frühen Schwangerschaft für das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems benötigt. Am besten sollte die Versorgung daher bereits vor, spätestens mit der Feststellung der Schwangerschaft sicher gestellt sein. Jod ist als Bestandteil der Schilddrüsenhormone ebenfalls wichtig für die Ausreifung des Gehirns und des Nervensystems. Die beste Jodquelle ist Seefisch, es ist aber auch in Milch und jodiertem Speisesalz enthalten. Unter gewissen Umständen (Allergien, Unverträglichkeiten, Abneigungen gegenüber diesen nährstoffreichen Lebensmitteln) kann es sinnvoll sein, diese Nährstoffe zusätzlich in Form von Tabletten oder Tropfen als Supplement einzunehmen. Dies sollte jedoch nur in Absprache mit den behandelnden Ärzten oder Hebammen erfolgen.

http://mutterundkind.aid.de/

 

 

Tipps zum Medienkonsum
Im Rahmen der Initiative „SCHAU HIN ! - Was Deine Kinder machen” gibt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit ZDF online Tipps zur Medienerziehung heraus. In "50 Fragen und 50 Antworten" werden Ratschläge zu den Bereichen „Fernsehen“, „Internet“, „Computerspiele“, „Lesen“ und „Handy“ u. a. zu folgenden Fragen gegeben: Wie lange dürfen Kinder fernsehen? Wie gefährlich sind gewalthaltige Computerspiele? Wie können Eltern ihren Kindern einen bewussten Umgang mit dem Internet vermitteln? Familien sollen dadurch Anregungen für einen bewussten Umgang mit den Medien bekommen.

http://www.bmfsfj.de/

 

 

Tisch- und Essregeln
Regeln, Rhythmen und Rituale helfen Kindern, sich am Esstisch zurechtzufinden. Sie sind Bestandteil der Ess-, Tisch und Mahlzeitenkultur* und auch des Konzeptes Angebot–Entscheidung*. Für jede Tischgemeinschaft können dabei eigene, als sinnvoll empfundene Regeln gelten.

 

 

Wahrnehmungs- und Sinnesreize
Wahrnehmungs- und Sinnesreize umfassen alle Informationen aus der Umwelt und dem eigenen Körper, die ein Mensch bewusst und unbewusst aufnimmt und verarbeitet. Die neuen Informationen werden fortwährend mit bereits gespeicherten abgeglichen. Für die motorische Entwicklung* haben unbekannte Bewegungssituationen eine wesentliche Bedeutung, da hier vielfältige neue Wahrnehmungs- und Sinnesreize auf den Menschen einwirken.

 

 

Walking Bus
Der Walking Bus ist eine gesunde, sichere und nicht zuletzt lustige Art zur Schule und wieder nach Hause zu gelangen. Dieser „Bus“ fährt nicht auf vier Rädern, wie es bei einem normalen Schulbus der Fall ist. Vielmehr handelt es sich um einen virtuellen Bus, in dem Kinder, in Begleitung von Erwachsenen, den Schulweg zu Fuß bestreiten. Ziel dieser Maßnahme ist es, dass Schulkinder den täglichen Weg zur Schule zu Fuß gehen und dabei körperlich aktiv sind.

http://dsg.uni-paderborn.de/

 

 

Warnsignale des Körpers beim Sport
siehe „Kontraindikationen für Sport in der Schwangerschaft*

 

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